Zu Tode geschwiegen

Überforderung des Systems, Freiheitseinschränkung und mangelnde Perspektiven. Über den Umgang der Gesellschaft mit Drogensucht am Beispiel Wels

September 2018 in Wels. Eine lokale Online-Zeitung berichtet von einem »unklaren Todesfall«. Eine »jüngere Person« sei leblos in ihrer Wohnung aufgefunden worden, die Polizei schließe Fremdverschulden aus, heißt es. Der Jugendliche war gerade einmal 17 Jahre alt. Ein Todesfall, über den sonst nirgendwo berichtet wurde. Ein Fall, der keine weiteren Debatten nach sich zog. Der Tod des 17-Jährigen ist nicht der einzige, über den in Wels öffentlich geschwiegen wird. Lediglich Menschen aus der »Szene« tauschen sich darüber aus. Für sie ist klar, dass er an den Folgen seines Drogenkonsums gestorben ist. Alleine 2018 hätte es mindestens 13 Drogentote gegeben, verlautet es aus informellen Kreisen. Offiziell geht die Stadt Wels aber von 2 bis 5 Todesfällen pro Jahr aus. Genaue, verlässliche Zahlen gibt es nicht.

Weiterlesen in der Versorgerin (September 2019)

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„Bewusstsein muss sich erst entwickeln“

Vor elf Jahren kam Fanny Francisca Zambrana Garcia zum ersten Mal nach Wels. Damals war sie noch Gemeinderätin der nicaraguanischen Stadt Chichigalpa. Seit einem Jahr ist sie Bürgermeisterin. Chichigalpa und Wels verbindet seit 1988 eine Städtepartnerschaft, die vom Nicaragua-Komitee Wels betreut wird. Konkret bedeutet dies, dass die Stadt Wels Entwicklungsprojekte finanziert, etwa in Schulen, Kindergärten oder Gesundheitszentren, und dass Wissen während gegenseitiger Besuche ausgetauscht wird. Die Mitarbeiter/innen des Nicaragua-Komitees sind Chichigalpa persönlich mit Herz und Einsatz verbunden. Vertrauen, eine gute Zusammenarbeit – auch wenn Schwierigkeiten auftauchen – und der Glaube an Veränderungen ist es, was für Fanny Zambrana Garcia eine Gemeinschaft ausmacht. Selbst über tausende Kilometer hinweg. Weiterlesen „„Bewusstsein muss sich erst entwickeln““